Fibromyalgie und Schilddrüse - ein unterschätzter Zusammenhang?

 


Viele meiner Patientinnen leiden neben ihrer Fibromyalgie auch an einer Erkrankung der Schilddrüse, besonders häufig an der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.

Daraus ergeben sich jede Menge Fragen:
 
Ist dieses Zusammentreffen nun Zufall – oder steckt da mehr dahinter? 
 
Wie lässt sich eigentlich klären, ob Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder Antriebsmangel von der Fibromyalgie oder von der Schilddrüse kommen?
 
Bessert sich die Fibromyalgie, wenn die Schilddrüse gut eingestellt" ist? Oder verschwindet sie vielleicht sogar komplett?
 
Reicht der TSH-Wert zur Beurteilung der Schilddrüse aus, oder brauche ich umfassendere Untersuchungen?

Was wir bisher wissen

Aus Studien wissen wir: Bei Menschen mit Fibromyalgie findet man häufiger Schilddrüsenerkrankungen, vor allem die Hashimoto‑Thyreoiditis

Außerdem klagen viele, die eine Schilddrüsenunterfunktion haben, über Beschwerden, die stark an Fibromyalgie erinnern.

Deswegen gehören Erkrankungen der Schilddrüse immer zu den Diagnosen, die bei Verdacht auf Fibromyalgie ausgeschlossen (oder bestätigt) werden sollten.

Manchmal stellt sich dann nämlich heraus, dass tatsächlich die Schilddrüse Ursache der Beschwerden ist und gar keine Fibromyalgie vorliegt.

Deutlich häufiger sehe ich in meiner Sprechstunde aber den Fall, dass beide Erkrankungen gleichzeitig vorliegen. 

Sie scheinen in einem ähnlichen „biologischen Umfeld“ zu entstehen: Autoimmunneigung, hormonelle Umbruchsphasen (z.B. Wechseljahre), langanhaltender Stress, Ernährung – all das kann sowohl die Schilddrüse als auch das Nervensystem beeinflussen.

Wie die Symptome sich ähneln

Schon ein kurzer Blick auf die typischen Beschwerden zeigt, warum dieses Thema so verwirrend ist:

  • Fibromyalgie: weit verbreitete Muskel‑ und Weichteilschmerzen, nicht erholsamer Schlaf, starke Erschöpfung, „Fibro‑Nebel“, Reizdarm, Kältempfindlichkeit, oft psychische Beschwerden. 
  • Schilddrüsenunterfunktion: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Verstopfung, depressive Verstimmung – plus manchmal Muskel‑ und Gelenkschmerzen.

Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Antriebsmangel – all das kann also sowohl durch die Fibromyalgie, als auch durch eine Schilddrüsenerkrankung ausgelöst werden. 

Wie du mehr Klarheit gewinnen kannst

Aus meiner Sicht ist es entscheidend, sowohl die Fibromyalgie als auch die Schilddrüse von Anfang an klar im Blick zu behalten. Dazu gehört zunächst eine sorgfältige Anamnese: Welche Beschwerden hast du, seit wann, wie haben sie sich entwickelt, gab es hormonelle Umbruchsphasen oder andere Auslöser? Ergänzend empfehlen Leitlinien, bei Verdacht auf Fibromyalgie zumindest den TSH‑Wert zu bestimmen, um eine Schilddrüsenerkrankung nicht zu übersehen. In bestimmten Situationen können weitere Blutuntersuchungen hinzukommen.

Bestätigt sich eine Schilddrüsenerkrankung, sollte sie ärztlich leitliniengerecht behandelt werden. Ziel ist es, die Schilddrüsenwerte in den individuellen Zielbereich zu bringen und sie dort auch langfristig zu halten. Das klingt einfacher, als es im Alltag oft ist: Gerade bei Hashimoto, in den Wechseljahren oder bei starken Belastungswechseln braucht es meist mehrere Kontrollen und manchmal auch Dosisanpassungen, bis sich ein stabiler Zustand einstellt.

Wenn du sowohl Fibromyalgie als auch Schilddrüsenprobleme hast, ist es verständlich, dass sich beides schwer auseinanderhalten lässt. Was viele Betroffene berichten: Wenn die Schilddrüse gut behandelt ist, bessern sich bestimmte Beschwerden – zum Beispiel starkes Frieren, eine extreme bleierne Müdigkeit oder eine unerklärliche Gewichtszunahme – während andere Symptome, etwa die typischen Fibromyalgie‑Schmerzen, der unruhige Schlaf, der Reizdarm oder der „Fibro‑Fog“, weiterhin deutlich spürbar sind. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Fibromyalgie als eigenständige Erkrankung eine wichtige Rolle spielt, auch wenn die Schilddrüse gut eingestellt ist.

Aber: Du bist dem Ganzen nicht ausgeliefert!

Du kannst selbst einiges tun, um deine Schilddrüse zu unterstützen – und das Schöne ist: Viele dieser Maßnahmen sind auch für die Fibromyalgie hilfreich. 

Achtsames Pacing im Alltag, ausreichend Schlaf, sanfte Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Blick auf Nährstoffversorgung sind Beispiele dafür, wie sich Körper, Hormonsystem und Nervensystem gegenseitig positiv beeinflussen können. Wie so oft im Körper greifen auch hier viele Zahnräder ineinander.

Wenn du genauer verstehen möchtest, wie Fibromyalgie, Schilddrüse, Wechseljahre und Stresshormone zusammenhängen und welche Untersuchungen und Schritte wirklich sinnvoll sind, lade ich dich herzlich ein zu meinem 

Webinar am 16. September 2026:
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