Fibromyalgie und Wechseljahre – gibt es einen Zusammenhang?
Diese Frage stellen mir viele Patientinnen. Und sie ist berechtigt, schließlich wird Fibromyalgie besonders häufig bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren diagnostiziert - in einem Lebensalter, in dem hormonelle Veränderungen sich deutlich bemerkbar machen.
Auch viele Patientinnen, die bereits lange an Fibromyalgie erkrankt sind, berichten mir: „Mit den Wechseljahren sind meine Beschwerden deutlich schlimmer geworden“ oder „Ich schlafe schlechter und bin müder denn je.“
Aber gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Fibromyalgie und den hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren?
Wenn hormonelle Veränderungen auf ein sensibles Nervensystem treffen
Ja, die Wechseljahre können tatsächlich einen Einfluss auf die Fibromyalgie haben.
Wenn du hier schon länger mitliest, weißt du: Bei Fibromyalgie ist dein Schmerz- und Reizverarbeitungssystem ohnehin empfindlich eingestellt. In den Wechseljahren verändern sich die Hormonspiegel – vor allem von Östrogen und Progesteron. Diese beeinflussen unter anderem:
- Schmerzempfinden
- Schlaf
- Stimmung und innere Stabilität
Sinken bzw. schwanken sie, kann das dazu führen, dass:
- Schmerzen intensiver wahrgenommen werden,
- der Schlaf leichter gestört wird
- Erschöpfung und Stimmungsschwankungen zunehmen.
Trifft das auf ein Nervensystem, das durch Fibromyalgie schon „am Anschlag“ ist, wirkt diese Phase für viele wie ein Verstärker. Das heißt nicht, dass die Wechseljahre Fibromyalgie auslösen, aber sie können Beschwerden verschärfen oder deutlicher sichtbar werden lassen.
Kann ich genau trennen, was was ist?
In der Praxis: meist nein. Die Symptome überlappen sich so stark, dass eine scharfe Trennung oft gar nicht möglich ist. Wichtig ist eher:
- Wurdest du gründlich ärztlich untersucht, auch auf andere Ursachen (z. B. Schilddrüse, Mangelzustände)?
- Erhältst du sowohl für deine Fibromyalgie als auch in Bezug auf die Wechseljahrsbeschwerden ärztliche Unterstützung?
Was dir konkret helfen kann
Du kannst nicht vollständig verhindern, dass die Wechseljahre deine Beschwerden verstärken – aber du kannst trotzdem für Entlastung sorgen.
- Schlaf schützen: möglichst regelmäßige Bettzeiten, ruhige Abendroutine, weniger Bildschirm und möglichst kein Alkohol am Abend
- Sanfte Bewegung: kleine, regelmäßige Einheiten (Spaziergang, ruhiges Yoga, Bewegung im Wasser)
- Antientzündliche Ernährung und gute Versorgung mit (Mikro)nährstoffen sicherstellen (z.B. Vitamin D, Magnesium, Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren) - lass dich dazu vorab beraten
Und: Achte bitte darauf, wie du mit dir selbst umgehst! Sätze wie „Ich muss das schaffen, früher ging das doch auch!“ erhöhen den Stress zusätzlich. Freundlichere Gedanken wie „Mein Körper leistet gerade viel“ oder „Ich darf Pausen machen“ kannst du bewusst trainieren und sie führen langfristig dazu, dass dein Nervensystem sich beruhigt.

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