Gibt es eine Fibromyalgie-Persönlichkeit?

 

Seit Jahrzehnten wird diskutiert, ob es eine „Fibromyalgie-Persönlichkeit“ gebe. Sind es wirklich bestimmte Charaktereigenschaften, die einen Menschen für die Fibromyalgie anfälliger machen?

Solche pauschalen Einteilungen sehe ich sehr skeptisch. Ich habe schon sehr viele Menschen mit Fibromyalgie kennengelernt und behandelt, und sie waren oder sind so unterschiedlich wie Menschen eben sind.

Aber eines ist mir dennoch aufgefallen: 

Sehr viele Betroffene neigen dazu, sich selbst zu überfordern, immer wieder über die eigenen Grenzen zu gehen. Oder haben das zumindest viele Jahre lang getan.

Halte doch mal einen Moment lang inne und überlege, ob das vielleicht auch auf dich zutrifft. Wie gehst du mit dir selbst und anderen um? Nimmst du dir Zeit für deine eigenen Bedürfnisse, oder stellst du diese oft zurück, weil andere Menschen oder bestimmte Verpflichtungen wichtiger erscheinen?

Warum überfordern wir Menschen uns selbst?

Wenn man genauer nachfragt, stellt sich heraus, dass die Gründe für die Selbstüberforderung recht unterschiedlich sind.

Zum einen gibt es natürlich bestimmte Lebenssituationen, die einem Mensch sehr viel abverlangen – und die auch nur begrenzt beeinflussbar sind. Das trifft beispielsweise auf die alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder zu, die in ihrem Beruf nicht viel verdient und wenig Unterstützung durch andere erfährt. Allein durch die Meisterung ihres Alltags stößt sie immer wieder an ihre Grenzen.

Meist stecken zusätzlich unbewusste (manchmal auch bewusste) „innere Antreiber“ hinter der Tendenz, sich selbst zu viel zuzumuten. 

Typische Beispiele:

  • Perfektionismus
    → „Ich muss alles richtig machen!“ oder „Keine halben Sachen!“
  • Harmoniestreben
    → „Ich möchte es allen recht machen“ oder „Streit oder Ärger sind schrecklich, das muss ich vermeiden!“
  • (Übertrieben) hohe Verantwortungsübernahme
    → „Ich darf niemanden enttäuschen!“ oder „Ohne mich bricht hier alles zusammen!“

Wichtig finde ich: Es geht hier darum, Zusammenhänge zu verstehen. Wenn du erkennst, dass du dazu neigst, dich selbst zu überfordern, ist das ein wertvoller Ansatzpunkt.

Denn genau hier liegt auch eine Chance. Wenn du lernst, deine eigenen Grenzen besser wahrzunehmen und ernst zu nehmen, kann das einen entscheidenden Unterschied im Umgang mit Fibromyalgie machen.

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass dich das Thema anspricht. Dass das etwas ist, das du aus deinem Alltag kennst.

Dann ist das ein guter Anfang. Veränderung beginnt immer damit, dass man Dinge erkennt.

Im nächsten Schritt geht es darum, konkrete Wege zu finden: Wie kannst du deine Belastungsgrenzen besser wahrnehmen? Wie kannst du sie im Alltag einhalten (das ist oft auch ein sehr praktisches Problem)? Und wie entwickelst du einen Umgang mit dir selbst, der dich langfristig entlastet statt überfordert?

Genau dabei unterstützt dich mein Fibro-Coach-Programm. Dort lernst du Schritt für Schritt, welche Faktoren bei Fibromyalgie wirklich eine Rolle spielen, wie du deinen Alltag besser an deine Belastbarkeit anpassen kannst und wie du wieder mehr Einfluss auf dein Wohlbefinden bekommst.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest und dir eine klare, strukturierte Begleitung wünschst, ist das vielleicht ein guter nächster Schritt für dich. 

Und vielleicht das Wichtigste zum Schluss: Du trägst keine Schuld daran, dass du an Fibromyalgie leidest. Es geht nicht darum, dir Vorwürfe zu machen oder nachträglich „Fehler“ zu suchen.

Es geht vielmehr darum, dich selbst besser zu verstehen – und daraus neue Wege zu entwickeln, die dir guttun. Du darfst lernen, besser für dich zu sorgen. Denn das kann einen großen Unterschied machen.

 

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