Warum Fibromyalgie bei Männern oft übersehen wird

 


Fibromyalgie gilt häufig als „Frauenkrankheit“. Tatsächlich sind Frauen deutlich häufiger betroffen – Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 80–90 % der Diagnosen bei Frauen gestellt werden.

Doch das bedeutet eben nicht, dass Männer nicht betroffen sind. 

Sie wird bei ihnen allerdings oft nicht oder erst spät erkannt.

Warum bei Männern selten an Fibromyalgie gedacht wird

Ein großes Problem liegt in der Wahrnehmung. Sowohl im medizinischen Bereich als auch in der Gesellschaft wird Fibromyalgie stark mit Frauen assoziiert.

Das führt dazu, dass bei Männern mit typischen Beschwerden wie:

  • chronischen Schmerzen
  • Erschöpfung
  • Schlafproblemen

häufig zunächst an andere Ursachen gedacht wird. Die Diagnose Fibromyalgie wird oft gar nicht oder erst sehr spät in Betracht gezogen.

Außerdem erlebe ich, dass Männer Beschwerden teilweise anders wahrnehmen und einordnen. Männer halten nicht grundsätzlich „mehr aus“, aber gerade bei Symptomen, die schwer greifbar sind oder in den psychosomatischen Bereich eingeordnet werden könnten, besteht bei Männern oft eine höhere Hemmschwelle, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Symptome wie diffuse Schmerzen, Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme lassen sich nicht immer klar benennen oder erklären. Genau das kann dazu führen, dass sie zunächst eher relativiert, heruntergespielt oder nicht sofort medizinisch abgeklärt werden.

Meine Erfahrung aus der Praxis

Aus meiner eigenen Sprechstunde kann ich sagen: Ja, es gibt durchaus Männer mit Fibromyalgie. Und ihre Beschwerden sind genauso real und belastend.

Ich begleite Männer:

  • in meiner Sprechstunde
  • in verhaltenstherapeutischen Gruppen
  • und auch in meinem Online-Programm

Was mir dabei immer wieder auffällt:
Männer erleben oft eine besondere Form von Skepsis – sowohl im Umfeld als auch manchmal im medizinischen Kontext.

Sätze wie „Das kann doch nicht sein“ oder „Du siehst doch gesund aus“ sind keine Seltenheit.

Wenn eine Erkrankung „nicht ins Bild passt“

Fibromyalgie ist ohnehin ein Krankheitsbild, das häufig nicht sofort ernst genommen wird, weil es keine eindeutigen Laborwerte oder sichtbaren Befunde gibt.

Wenn dann noch hinzukommt, dass ein Mann betroffen ist, verstärkt sich diese Skepsis oft zusätzlich.

Das kann für die Betroffenen sehr belastend sein, weil sie:

  • lange vergeblich nach einer Erklärung für ihre Beschwerden suchen 
  • sich nicht verstanden fühlen
  • an sich selbst zweifeln 
  • sich für ihre Erkrankung schämen 
  • nicht über ihre Diagnose sprechen möchten 
  • kaum die Möglichkeit haben, sich mit anderen männlichen Betroffenen auszutauschen 
Warum wir auch bei Männern an Fibromyalgie denken sollten

Eine frühere Einordnung der Beschwerden kann helfen:

  • unnötige Diagnostik zu vermeiden 
  • schneller wirksame Therapien einzuleiten 
  • Patienten besser über ihre Erkrankung zu informieren und Austausch zu ermöglichen

Denn unabhängig vom Geschlecht gilt:
Je besser man versteht, was im eigenen Körper passiert, desto besser kann man damit umgehen.

Bist du selbst oder jemand aus deinem Familien- oder Freundeskreis von Fibromyalgie betroffen?

Dann komme doch gerne in mein kostenloses Webinar zur Fibromyalgie - am 22. April um 18 Uhr. Eine Anmeldung ist jetzt noch möglich!

Ich freue mich auf dich!

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