Bringt wärmeres Wetter Linderung bei Fibromyalgie?

 


Wartest du auch gerade sehnsüchtig auf die ersten richtig warmen Frühlingstage? Mehr Sonne, mildere Temperaturen, endlich wieder längere Tage ... Wenn du mit Fibromyalgie lebst, kennst du vielleicht noch eine andere Seite davon: die Hoffnung, dass es dir mit dem Wetterumschwung endlich wieder ein bisschen besser geht.

Denn tatsächlich berichten mir viele Betroffene, dass ihre Beschwerden im Winter stärker sind und sich im Frühling oder Sommer zumindest etwas entspannen. Aber woran liegt das eigentlich? Und stimmt das überhaupt für alle?

Einbildung ist es sicherlich nicht! Das Thema „Wetterfühligkeit“ bei Fibromyalgie wird schon länger untersucht – auch wenn die Forschung hier noch kein ganz eindeutiges Bild liefert. Klar ist aber: Viele Menschen mit Fibromyalgie reagieren sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Dazu gehören auch Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Sonnenlicht.

Warum sind die Beschwerden im Winter schlimmer? 

Gerade im Winter kommen mehrere Faktoren zusammen, die sich ungünstig auswirken können. Kälte führt zum Beispiel dazu, dass sich Muskeln stärker anspannen. Wenn dein Körper ohnehin zu Schmerzempfindlichkeit neigt, kann das schneller zu Verspannungen und damit auch zu mehr Schmerzen führen. Dazu kommt, dass sich viele Menschen bei Kälte weniger bewegen, weniger draußen aktiv sind. Weniger Bewegung kann wiederum Steifigkeit verstärken und die Durchblutung verschlechtern.

Ein weiterer Punkt ist das fehlende Sonnenlicht. Im Winter sind die Tage kurz, oft grau, und wir halten uns mehr drinnen auf. Das kann sich auf den Vitamin-D-Spiegel auswirken, aber auch auf den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Stimmung. Viele Menschen mit Fibromyalgie haben ohnehin mit Schlafproblemen oder Erschöpfung zu tun – und genau diese Bereiche reagieren sensibel auf Lichtmangel. Auch depressive Verstimmungen, die im Winter häufiger auftreten, können Schmerzen verstärken oder zumindest stärker in den Vordergrund rücken.

Spannend ist auch der Einfluss von Luftdruck und Wetterwechseln. Manche Betroffene berichten, dass sie besonders auf schnelle Veränderungen reagieren – zum Beispiel, wenn ein Wetterumschwung bevorsteht. Die genauen Mechanismen dahinter sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass das Nervensystem bei Fibromyalgie auch diese Reize intensiver verarbeitet. 

Was ist im Sommer anders? 

Und warum geht es vielen im Sommer besser? Wärme kann die Muskulatur entspannen, die Durchblutung fördern und sich insgesamt angenehmer auf den Körper auswirken. Außerdem bewegen sich viele Menschen bei gutem Wetter mehr, sind häufiger draußen und bekommen mehr Tageslicht ab – alles Faktoren, die sich positiv auf Energie, Schlaf und Stimmung auswirken können.

Interessant ist aber: Das gilt nicht für alle!

Es gibt durchaus auch Menschen mit Fibromyalgie, die Hitze als belastend empfinden. Hohe Temperaturen können Kreislaufprobleme verstärken, zu schneller Erschöpfung führen oder das Gefühl von „Überforderung“ im Körper auslösen. Auch schwüle Luft wird oft als unangenehm beschrieben. In solchen Fällen kann der Sommer sogar anstrengender sein als der Winter.

Das zeigt: Wetter ist ein Einflussfaktor – aber kein einheitlicher. Fibromyalgie ist sehr individuell, und genauso individuell ist auch die Reaktion auf äußere Bedingungen.

Jeder reagiert individuell 

Der hilfreichste Umgang damit ist deshalb ein ähnlicher wie bei vielen anderen Themen rund um Fibromyalgie: Beobachte, wie du reagierst. Vielleicht merkst du, dass dir Wärme gut tut – oder dass du eher kühlere Temperaturen brauchst. Vielleicht reagierst du stark auf Wetterwechsel – oder gar nicht.

Je besser du deine eigenen Muster kennst, desto eher kannst du im Alltag darauf reagieren. Im Winter können zum Beispiel Wärme, sanfte Bewegung und bewusstes Licht (z. B. Tageslichtlampen) unterstützen. Im Sommer kann es hilfreich sein, auf ausreichend Pausen, Kühlung und einen guten Umgang mit Hitze zu achten.

Ich wünsche dir nun einen guten Start in die wärmere Jahreszeit!

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