Ernährung: Bei Rheuma etabliert. Bei Fibromyalgie ignoriert?
In der Rheumatologie ist es seit vielen Jahren selbstverständlich:
Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen profitieren von einer antientzündlichen Ernährung.
- Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel
- viel Gemüse, Obst, hochwertige Fette
- mehr Omega-3-Fettsäuren
Bei Fibromyalgie hingegen wurde das Thema Ernährung lange kaum beachtet.
Die gängige Logik war: Fibromyalgie ist keine Entzündung – also spielt Ernährung keine Rolle.
Heute wissen wir: So einfach ist es nicht.
Was
Forschung mittlerweile zeigt, bestätigt sich täglich in meiner Praxis:
Ernährung ist bei Fibromyalgie relevant. Nicht, weil Fibromyalgie eine
klassische entzündliche Erkrankung wäre, sondern weil
entzündungsähnliche Prozesse, das Nervensystem, die Darmgesundheit und
der Energiestoffwechsel eine zentrale Rolle spielen.
Studien weisen u. a. auf folgende Zusammenhänge hin:
- niedriggradige Entzündungsprozesse
- veränderte Stress- und Schmerzverarbeitung
- Einfluss des Darms auf das Nervensystem
- Bedeutung von Mikronährstoffen für Muskeln, Nervensystem und Energiehaushalt
Und genau hier kann Ernährung wunderbar ansetzen.
In der Sprechstunde erlebe ich immer wieder:
Schon kleine Veränderungen können spürbare Effekte haben – z. B. auf Schmerz, Erschöpfung, Verdauung oder Belastbarkeit.
Ich
beginne bei Menschen mit Fibromyalgie grundsätzlich mit kleinen, gut
umsetzbaren Schritten. Große Ernährungsumstellungen werden oft nicht gut
toleriert und führen eher zu Frust als zu Fortschritten.
Zunächst geht es deshalb um die Basics – zum Beispiel:
- regelmäßige Mahlzeiten aus echten Lebensmitteln
- Reduktion von Zucker und einfachen Kohlenhydraten
- gut verträgliches Gemüse, schrittweise Steigerung des Ballaststoffanteils
- Integration von Omega-3-Fettsäuren
- eine ausreichende Eiweißzufuhr
Das Prinzip ähnelt in vielen Punkten der Ernährung bei entzündlichem Rheuma – angepasst an die Besonderheiten der Fibromyalgie.
Mir ist wichtig:
Auch bei Fibromyalgie spielt Ernährung eine wesentliche Rolle.
Wir sollten diese Chance nutzen – und nicht aufgrund althergebrachter Vorstellungen darauf verzichten.
Ernährung ist dabei mehr als ein weiterer „Therapiebaustein“:
Sie kann Selbstwirksamkeit fördern, Freude machen und durch erste spürbare Veränderungen motivieren, weiterzugehen.
Wenn dich das Thema Ernährung bei Fibromyalgie interessiert und du dich weiter damit beschäftigen möchtest:
In meinem FibroCoach-Programm dreht sich alles um Fibromyalgie und darum, was Betroffenen im Alltag wirklich hilft.
In
meinen Webinaren und im Newsletter „FibroNews“ teile ich meine
Erfahrungen aus über 15 Jahren Arbeit mit Fibromyalgie sowie aktuelle
Erkenntnisse – damit Betroffene gut informiert bleiben und Orientierung
finden.


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