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Viele Symptome. Kein Zufall. Zusammenhänge bei Fibromyalgie erkennen

  Schmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung. Reizdarmbeschwerden. Eine hohe Sensibilität gegenüber Geräuschen, Gerüchen oder Berührungen. Viele Menschen mit Fibromyalgie erleben diese Symptome als scheinbar unzusammenhängend. Genau das macht die Erkrankung so verunsichernd: Es fühlt sich an, als würde der Körper an ganz verschiedenen Stellen gleichzeitig „Probleme machen“ – ohne erkennbaren Zusammenhang. Hinzu kommt, dass im medizinischen Alltag oft wenig Zeit bleibt, diese Vielfalt wirklich zusammenzuführen. Symptome werden einzeln betrachtet, untersucht und behandelt. Doch der eigentliche Schlüssel liegt häufig im Zusammenspiel der Systeme . Fibromyalgie – mehr als eine Sammlung einzelner Beschwerden Aus meiner Sicht ist Fibromyalgie weniger eine Aneinanderreihung isolierter Symptome, sondern vor allem eine Störung der Regulation . Besonders betroffen ist dabei das vegetative Nervensystem – also jener Teil des Nervensystems, der unbewusst Abläufe wie Schlaf, Verdauung, Herzfrequenz, Stre...

Fibromyalgie ist nicht „nur psychisch“. Aber auch nicht nur körperlich.


 

Heute möchte ich kurz eine Erfahrung teilen, die ich in der Behandlung von Menschen mit Fibromyalgie fast täglich mache: Viele meiner Patient:innen berichten mir von frustrierenden Wegen durch das Gesundheitssystem. Organisch wurde vieles ausgeschlossen – und am Ende bleibt die Einschätzung zurück: „Dann muss es wohl psychisch sein.“

Was das oft auslöst, ist kein Gefühl von Entlastung, sondern von Abwertung. Sich nicht ernst genommen zu fühlen. Abgestempelt zu werden. Und eine verständliche Skepsis gegenüber allem, was mit Psyche zu tun hat.

Dabei wissen wir heute sehr viel mehr: Psychisches Erleben hat immer auch biologische Entsprechungen. Stress, Emotionen und Erfahrungen verändern nachweislich Prozesse im Nervensystem, im Immunsystem und in der Schmerzverarbeitung. Körper und Psyche sind keine Gegensätze – sie sind untrennbar miteinander verbunden 

Gerade bei Fibromyalgie halte ich deshalb ein Sowohl-als-auch für entscheidend. Körperliche und psychische Aspekte müssen von Anfang an ernst genommen, überprüft und gemeinsam betrachtet werden. Nur so können wir Zusammenhänge verstehen und Handlungsspielraum gewinnen.

Oder wie siehst du das?


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