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Fibro fog – der „Nebel im Kopf“ bei Fibromyalgie
„Ich habe Angst, dass ich dement werde!“ – diesen Satz höre ich sehr häufig, wenn Menschen mit Fibromyalgie über ihre Beschwerden sprechen. Viele Betroffene sind verunsichert, weil sie Veränderungen in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit bemerken. Das Gefühl, das sie beschreiben, wird oft als „Fibro fog“ bezeichnet – ein passender Ausdruck, denn „fog“ bedeutet auf Englisch Nebel. Viele Patient:innen berichten, dass sie sich buchstäblich benebelt fühlen, als sei ihr Kopf nicht richtig klar, Gedanken nicht greifbar und Konzentration schwer aufzubauen.
Wir Mediziner sprechen hier auch von einer kognitiven Dysfunktion: Sie zeigt sich durch Gedächtnisprobleme, Wortfindungsstörungen, Schwierigkeiten, sich längere Zeit zu konzentrieren, und eine schnelle geistige Erschöpfbarkeit. Viele Betroffene erleben diese Symptome als mindestens ebenso belastend wie die körperlichen Schmerzen. Studien bestätigen, dass diese Beschwerden objektiv nachweisbar sind – sei es durch Konzentrationstests oder bildgebende Verfahren, die Veränderungen in der Durchblutung bestimmter Gehirnareale zeigen.
Die Ursachen für den Fibro fog sind komplex und multifaktoriell. Ständige Schmerzen beanspruchen das Gehirn kontinuierlich, so dass andere Informationen schwerer verarbeitet und abgespeichert werden. Schlafstörungen beeinträchtigen die nächtliche Regeneration und das Gedächtnis, was die kognitive Leistungsfähigkeit zusätzlich einschränkt. Fehlregulationen im vegetativen Nervensystem, das Gleichgewicht zwischen Sympathikus („Stressnerv“) und Parasympathikus („Ruhenerv“), führen dazu, dass Betroffene nicht ausreichend entspannen und regenerieren können. Auch psychische Belastungen wie Depressionen, die bei Fibromyalgie statistisch häufiger auftreten, können Müdigkeit und Konzentrationsstörungen verstärken. Hinzu kommen manchmal Nebenwirkungen von Medikamenten, die Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit mindern.
Doch obwohl der Fibro fog nicht vollständig „heilbar“ ist, gibt es Wege, die Beeinträchtigungen im Alltag zu verringern. Schon kleine Veränderungen können helfen, den Kopf klarer zu machen und Energie zu sparen. Dazu gehört, Gedanken und Termine bewusst zu strukturieren, ausreichend Pufferzeiten einzuplanen, Multi-tasking zu vermeiden und kurze Regenerationspausen zu nutzen. Atemübungen und bewusste, langsame Atmung aktivieren den Parasympathikus und helfen, den „Nebel“ im Kopf zu lichten. Auch ein gesunder, erholsamer Schlaf ist entscheidend für die geistige Leistungsfähigkeit.
In der Praxis sehe ich immer wieder, dass sich der Fibro fog spürbar reduziert, wenn Betroffene ihrem Gehirn mehr Ruhe- und Erholungszeiten zugestehen. Kleine, konsequente Schritte – wie zweimal täglich fünf Minuten bewusste Atmung – können schon einen Unterschied machen.
Wer mehr über den Fibro fog erfahren möchte, praxisnahe Tipps sucht und sich mit anderen Betroffenen austauschen möchte, findet in meiner FibroCoach-Community Beiträge, regelmäßige Webinare und meinen Newsletter rund um Fibromyalgie. Es ist mir wichtig, Menschen mit Fibromyalgie Wege zu zeigen, den Alltag leichter zu gestalten.
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